Caen Memorial
Caen Memorial

26.7.2015

Nach dem wir le Havre verlassen haben, nahmen wir Kurs auf die Seine Mündung. Nach einigen Meilen haben wir Honfleur erreicht.

Ein sehr schöner Ort, leider sehr touristisch Überlaufen. Aber er macht seinem Namen alle Ehre. Die Brücke in das innere Hafenbecken öffnet allerdings nur weniger male am Tag, und der Hafenmeister ist bemüht das alle Schiffe schnellstens durch die offene Brücke kommen. So werden 10 oder 15 Minuten vor der Öffnung alle Yachten von Ihren Wartepositionen, meistens liegt man irgendwo im Bereich der Brücke an Land festgemacht, aufgescheucht und in einem wahnsinnigem Durcheinander versuchen alle Schiff eine Position zu halten um in der Nähe der Durchfahrt zu bleiben. Allerdings fällt das eher Hirnlose auf die Brückenöffnung zufahren hier aus, Im Ijsselmeer ist man anderes gewöhnt. Hinter der Durchfahrt müssen alle Yachten dann einen vom Hafenmeister angewiesenen Platz nehmen. In dem kleinem Hafenbecken auch wieder kuschelig und erinnert mehr an das Gewühle vor der Startlinie bei einer Regatta.


Bei der Abreise am nächsten Morgen läuft es ähnlich ab. Zuerst machen alle Boote los, die einen warten auf die Brückenöffnung, die anderen um wieder festzumachen, weil sie noch einen Tag bleiben wollen.

Von Honflleur ging unser Törn dann weiter nach Oistreham, ein Hafen den man nur 2 Stunden vor Hochwasser bis 2 Stunden nach Hochwasser anlaufen kann. In Oistreham haben wir erst einmal Ersatzteile in einen weit entferntem Baumarkt geholt. Unser FI Schalter hat seinen Geist aufgegeben und einen neuen gibt es nur im Baumarkt. Der Hund freute sich aber über den langen Spaziergang.


Am nächsten Morgen sind dann schon mal nach Caen dem Kanal der Orne gefolgt.

Es sollte Starkwind mit sehr hohem Seegang geben, außerdem mussten wir eh Caen für den Crewwechsel ansteuern. So haben wir für den Reservetag einen Wagen gemietet und haben uns dem Landungstourismus zur Erinnerung an den 6.7.1945 angeschlossen. Sehr beeindruckende Orte.

Wobei man Zweifel haben muss, das den meisten Touristen klar ist das hier tausende von Menschen gestorben sind, und heute die Touristen die Landschaft und das Eis geniessen. Das hier wenig Deutschlandfahnen wehen erscheint irgendwie klar. Fällt aber doch auf.

 

Am nächsten Morgen stand leider die Abreise der halben Crew an. Die Züge verkehren hier zwischen Cherbourg und Paris. Von Paris aus ging es dann für die beiden mit dem TGV nach Düsseldorf zurück.

Wir sind mit 2 Leuten und dem Hund noch an Bord und treten nun den Rückweg an.


27.07.2015

Nach der Abreise der Beiden haben wir erst einmal Waschtag eingelegt und einige Maschinen mit unserer Wäsche befüllt. Vor dem Waschsalon war gerade Markt und so hatten wir nicht viel Mühe die Zeiten zwischen den Maschinenladungen zu verbringen.

Es gab neben den typischen Marktständen in der Normandie mit Fisch, Gemüse und Schnecken etc. auch einen Stand mit Mehrkornbrot, dort haben wir erst einmal unseren Vorrat aufgefüllt.


Nachmittags sind wir denn zum Caen Memorial gefahren und haben uns hier die Ausstellung angeschaut. Eine sehr gut gemachte Ausstellung und man sah das sich die Kuratoren bemüht haben ein objektives Bild von Deutschland und dem 2. Weltkrieg zu zeichnen.

Beeindruckt und entsetzt haben wir dann den Rückweg angetreten.


Morgen gehen wir nochmal zum Lidl um unseren Vorrat an Hochseetauglichen Speisen aufzufüllen. Irgendwie haben wir hier einiges Verbraucht, wie z.B. Müsliriegel und Salzstangen.


Das Barometer ist heute wieder, zum 2. Mal innerhalb weniger Tagen um ca. 40 hPa gefallen. Dazwischen ist es im gleichem Tempo gestiegen. So sah auch das Wetter in den letzten Tagen aus, Wind um die 7 bis 8 Bft, 3 bis 4 Meter Welle. Am Samstag war ein kurzes Zeitfenster in dem man hätte segeln können, aber der Seegang braucht einige Tagen bis er sich wieder beruhigt hat. So sahen die Crews die am Samstagabend reinkamen auch entsprechend aus.

Wir hoffen das am Dienstag ein passendes Wetter für den nächsten langen Schlag nach Norden ist. Dazu müssen wir aber erst wieder nach Oistreham. Hier öffnet die Schleuse nur nach Plan. Entweder am Morgen um 7:00 oder gegen 19:30 wieder.

 

Baguette im Weinlager...
Baguette im Weinlager...

30.07.2015

Nach dem wir den Sonntag auf dem Markt und mit waschen verbracht haben, sind wir am Montag mit dem 12:00 "Konvoi" nach Oistremham zurückgefahren. Die Brücken am Ornekanal haben nur 4 mal pro Fahrtrichtung und Tag auf. Die Yachten werden dann durch die 3 Brücken als Konvoi geführt. Also immer als Pulk.

Wobei unser Konvoi aus unserem Schiff und einem weiterem aus England bestand.

Zuvor haben wir aber feststellen müssen das unser Flaschenlager für Baguette definitiv zu klein ist. :-)

In Oistreham kachelt es noch recht ordentlich und wir haben uns bei 3 Meter Wellenhöhe dafür entschieden am Dienstag erst um 19:30 die Schleuse zu nehmen. Das Problem ist das die Schleuse, vielleicht wegen Wassermangel der Orne, nur 2 Stunden vor und nach Hochwasser öffnet. 

Da wir aber nach Osten wollen, bedeutet Hochwasser das wir den Gezeitenstrom gegen an haben. Dann sind wir ziemlich langsam und die Wellen werden hoch und steil

Also haben wir die erste Schleuse genommen und sind nach Le Havre ca. 20 SM gefahren.


Bei immer noch 2,5, Meter Welle ein Wahnsinnsritt.

Dazu mussten wir das Fahrwasser der Seine-Mündung queren und den Verkehr aus dem Hafen Le Havre berücksichtigen, natürlich alles bei Dunkelheit.

Dabei war noch nicht einmal die Dunkelheit das Problem sondern die ziemlich helle Stadt und das Industriegebiet. So das wir vor den Tonnen und Leuchtfeuern viele andere, teilweise hellere Lichtquellen, hatten. Die Tonnen sind natürlich befeuert (das heißt Beleuchtet), aber diese kleinen Lichtspiele muss man erst einmal finden und öfter wiederfinden. Das Schiff fährt ja und die Wellen schmeißen es von einer zur anderen Seite.

Dabei muss der Navigator immer vom Navitisch in das Cockpit springen um dem Rudergänger zu sagen wo es lang geht.

Der Rudergänger muss dann die Feuer wieder finden, sich festhalten und das Schiff entsprechend durch die Wellen steuern. Ach so, Schiffe die Vorfahrt haben wollen auch berücksichtigt werden, können diese doch nicht, wegen ihrem Tiefgang,  von ihrem Kurs abweichen...

Gegen 23:00 haben wir es dann geschafft und sind im dunklen Yachthafen angekommen. Nach einigen Kreisen haben wir einen Platz für ein paar Stunden gefunden. Nach dem der Hund gelüftet war haben wir uns aufs  Ohr gehauen.

 

Gegen 4:00 klingelte der Wecker und wir haben uns wieder auf den Weg gemacht. Die Gezeiten standen nun relativ günstig und wir konnten an die Strecke nach Fecamp gehen. Natürlich war es immer noch dunkel, aber deutlich einfacher, da die Stadt uns nun von hinten beleuchtet hat.

Gegen 11:30 konnten wir dann in Fecamp festmachen. Die Fahrt war wieder ein ziemlicher ritt. Die Wellenhöhe hatte nur wenig abgenommen und der Wind war immer noch bei 22 Knoten.

So surften wir mal wieder quer durch die Hafeneinfahrt und könnten in den Hafenbecken das Schiff klar zum anlegen machen.

Am Liegeplatz schaukelt das Boot noch sehr heftig, aber wir waren müde genug um einige Stunden zu schlafen.

 

Gegen Nachmittag müssten wir dann auf dem recht stark schaukelnden Boot unser Vorstag neu befestigen. Der 30 Jahre alte Schlitten wurde in einigen schweren Brechern die wir abbekommen haben zerschlagen. Ein neuer war nicht zu bekommen, so haben wir die gesamte Vorschiffskabine auseinander genommen um an die Unterseite der Vorstagschiene zu kommen, Löcher in Edelstahl sind an Bord, mit Bordmitteln, eher schwer zu bohren, aber der Nachbar und der Hafenmeister konnten uns da weiterhelfen.

Gegen 21:00 war ich wieder im Bett.

 

Keine Ahnung was uns dieses Schild sagen soll...
Keine Ahnung was uns dieses Schild sagen soll...

30.07.2015

In Frankreich gibt es viele interessante Schilder, keine Ahnung was uns dieses hier sagen soll.

Noch zu ergänzen ist das, daß Barometer seit Dienstag langsam, aber kontinuierlich steigt.

(Für alle unkundigen, fällt oder steigt das Barometer schnell, gibt es viel Wind, der bleibt aber nicht lange. Steigt es langsam gibt es nur wenig Wind, aber die Wetterlage ist dann stabil.)

Wir sind die letzten Tage bis Dieppe in Vollzeug, also Wärmeschutz und Nässeschutz Klamotten gefahren. Im Hafen konnten wir dann immer die Shorts und T-Shirts rausholen. Recht witzig.

Am Donnerstag sind wir gegen 7:00 morgens in Richtung Dieppe gestartet. Die Uhrzeit ist wie immer den Gezeiten geschuldet. Dabei haben wir inzwischen Springzeit, also starke Gezeiten. Bei 2 Knoten mitlaufendem Strom und 6 Knoten mit den gerefften Segeln waren wir schnell unterwegs.

Ein sehr schönes Bilderbuch segeln für den Prospekt, wie schnell man doch bei nur noch 70 cm Welle den schweren Seegang vergisst.

(Für die Laien, Wellenhöhe meint immer die signifikante Wellenhöhe, das ist der Abstand zwischen Wellental und Wellenberg, leider sind 25% deutlich höher und 10% locker doppelt so hoch...)


Später schlief der Wind ein und wir wollten ausreffen, dabei haben wir festgestellt das unser Großsegel am Achterliek Spuren des schweren Wetters zeigt und ausgefranzt ist.

Wir haben dann auf die gesamte Fläche des Segels verzichten und sind im 1.Reff gefahren. Also einem kleinerem Großsegel.

In Dieppe haben wir das Segel mit Spinnakertape, in unauffälligem rot, geklebt. Morgen soll der Wind noch geringer sein als die heutigen 10 bis 16 Knoten.

Bin gespannt ob die Reparatur hält und wie "up to hipp" das rote Band ausschaut.

 

 

Chili con carne alla Morgana
Chili con carne alla Morgana

31.7.2015

Chili con Carne,

also wenn noch jemand eine Idee für ein Geschäft in Nordfrankreich benötigt. Chili Bude.

Nach dem wir in mehreren Häfen nach Chili gesucht haben, haben wir es in einem großen Laden am Dienstag tatsächlich bei den Gewürzen gefunden. Allerdings nicht unter dem Buchstaben "C" sondern in der 2 Reihe von unten....

Dafür gibt es 3 Sorten "Kräuter der Provonce" (oder so)


Na, wie dem auch sei. In Fecamp haben wir kein Hackfleisch bekommen, erst hier in Dieppe gab es einen Metzger.

 Gleich fange ich dann mal mit dem kochen an.... (Bild folgt...)


06.08.2015

Inzwischen sind wir in Ijmuiden angekommen und legen mal einen Ruhetag ein. Diesen Tag haben wir als Reservetag am Anfang eingeplant und bisher nicht benötigt. Da es Morgen durch den Nordseekanal nach Amsterdam und dann nach Mönickendam geht, sollten wir die Reserve auch nicht benötigen. Selbst wenn haben wir ja noch den Sonntag.


Doch der Reihe nach,

am Freitag liefen wir um 7.00 von Dieppe mit dem Ziel Boulogne sur Mer aus. Bei wunderbarem Schwachwind und entsprechend flachem Meer sind wir ruhig und entspannt nach 8 Stunden Motorfahrt angekommen. In Boulogne stand der Crewwechsel an, so mussten wir mal wieder an die Tanke. Die Strömungen machen selbst bei Hochwasser den Anleger an der Tankstelle zu einer Herausforderung.

Wir haben uns dann zu einem kreativem Anleger, wie in der Flussschifffahrt üblich entschieden. Die merkwürdigen Blicke der anderen Hafenlieger sagte entsprechendes.

Endlich am endgültigem Liegeplatz festgemacht starteten wir unsere Hundrunde und dann unser Abendprogramm mit Schiff putzen und umräumen.

Am nächsten Morgen zogen wir los um den örtlichen Waschsalon, am gefühlten, anderem Ende der Stadt aufzusuchen. Die Maschinen im Hafen benötigten für eine Maschinenladung 2,5 Stunden. Der Waschsalon schafft das in 40 Minuten. Beim Trocknen sah es ähnlich aus. Also entschieden wir uns für den Wandertag.


Gegen Mittag kam dann die Crew mit dem Zug an, die einfache Anweisung des Skippers lautete: "Nehmt Euch ein Taxi ab dem Bahnhof!".

Das Problem war aber das es am Bahnhof keine Taxen und keinen Taxiruf gab.

Also zogen die 3 los und fanden erst nach einer Stunde ein Taxi.

Der Rest des Tages war dann mit Schiffseinweisung, einziehen in die Kabinen und Stadtbesichtigung inklusive Essen gehen schnell verbracht.

 

 

AIS und Plotter Willkommen im Kanal
AIS und Plotter Willkommen im Kanal

06.08.2015

Nach dem notwendigem Hafentag liefen wir dann am Sonntag in Richtung Dünkirchen aus.

Allerdings versprach der Wetterbericht am Sonntag, für Dienstag stärkeren Wind und entsprechende Wellen mit 1,8 Metern Höhe.

Am Sonntag legten wir die Auslaufzeit auf 11:00, da wir hier gut geplant unterwegs waren rundeten wir die Kaps bei Calais mit über 9 Knoten Fahrt und so entschlossen wir uns direkt bis Nieuwport in Belgien zu fahren. Dort legten wir kurz vor 20:00 an.

Am nächsten Morgen ging es auch erst gegen Mittag raus. Erst dann stand der Strom so das er uns schieben konnte.

Die Überlegung war ob wir nach Vlissingen, und dann die stehende Mastroute nehmen sollten, direkt in den Roompot im Scheldedelta fahren sollten, oder halt den Klassiker nach Zeebrügge und direkt nach Scheveningen fahren sollten.

Für die stehende Mastroute erschien mir das Wetter nicht schlecht genug, und dafür der Weg zu weit.

Direkt von Nieuwport in die Schelde scheiterte an der späten Auslaufzeit. Wir wäre erst nachts angekommen und hätten dann die mittlere Einfahrt, statt der kürzeren südlichen Einfahrt nehmen müssen. Die südliche ist nicht befeuert, also nur mit sinnlosem Risiko befahrbar. Zu dem ist der Zwischenstop im Roompot immer mit 20 Sm mehr Strecke verbunden.

Da auch der Wetterbericht ein nicht ganz so schlechtes Wetter versprach, entschieden wir uns für den kurzen Törn nach Zeebrügge.

Dort machten wir um 17:00 fest.


Die Berechnungen für den nächsten Schlag nach Norden ergaben dann allerdings, dass wir am nächsten Tag gegen 14:30 oder in der nächsten Nacht gegen 2:00 raus gemusst hätte. Natürlich gab es auch die 3. Option in der nächsten Nacht gegen 3:00 raus zu gehen.

Für die Nacht waren 2 Windstärken und entsprechend geringer Seegang angesagt. Ab Mittag des nächsten Tages sollte der Wind auf 5 in Böen 6 Stärken auffrischen. Das führt zu einer Wellenhöhe von ca. 2 Metern.

Da einige an Bord noch nie bei solchem Wetter draußen waren, entschieden wir uns für die harte Tour und um 2:00 auszulaufen. So lag ich um 20:00 in der Koje.

 

Belgische Küste, zu 60% mit Hochhäusern bebaut...
Belgische Küste, zu 60% mit Hochhäusern bebaut...

06.08.2015

Als ich wach wurde Blitze und Donnerte es. Ein kurzer Regenschauer machte mal eben alles nass... so sieht ein guter Morgen aus.

Das Gewitter hatte sich dann etwas verzogen und wir entschieden uns trotzdem aufzustehen. Ein warten hätte uns schweren Seegang und einigen Wind bereitet. Ausserdem wollte ich das Maas - Entrace nicht unbedingt Nachts passieren. 

So liefen wir bei ruhiger See und starkem Berufsverkehr unter entsprechenden Blitzen und Wetterleuchten aus.

Man muss dabei wissen das auf See die Blitze über sehr große Entfernungen zu sehen sind, und auch noch kräftig blenden können.


So eine Ausfahrt aus einem großem Hafen mit viel Verkehr ist bei Tage und ohne Gewitter schon schwer, aber nachts und mit Gewitter wird es echt spannend, Tonnen suchen, Schiffe erkenne, deren Lage und was die machen werden, dazu noch einige Fischer und die notwendigen Absprachen per Funk sorgten dafür das wir gut herauskamen.

Jeder von der Crew hatte seinen Sektor den er zu beobachten hatte und Felix steuerte das Schiff nach meinen Anweisungen. So erreichten wir sicher die andere Seite des durchgehenden Fahrwassers vor Zeebrügge.

Nach dem wir uns über das Flach gemogelt hatten lag der Berufsschifffahrtsverkehr erst einmal hinter uns. Wegen der Dunkelheit mussten wir allerdings das befeuerte Nebenfahrwasser in Richtung mittlere Schelde nehmen. Die Wachen übernahmen dabei recht professionell die Wachen nach Plan und ich legte mich in den Salon um etwas ruhe zu bekommen. Wollte aber ständig in der Lage sein im nötigen Fall wieder an Deck zukommen.

Nach dem Felix Wache vorbei war, wurde ich gegen 5:00 geweckt, wir hatten 3 Stunden Wachen abgesprochen. Genau rechtzeitig um das Fahrwasser von Vlissingen in die nördlicher Nordsee zu kreuzten. Nach 3 Ausweichmänöver waren wir auf der anderen Seite angekommen und konnten ohne weitere Probleme unserem Kurs in Richtung  Maas-Entrace (vor Rotterdam) folgen.

Zum Wachwechsel um 8:00 waren wir noch eine Stunde vom Entrace entfernt.

Also legte ich mich die Stunde wieder hin und ließ mich entsprechend wecken. Im Bereich von Rotterdam ist die Anmeldung und Verkehrsführung per Funk Pflicht und so kreuzten wir das Fahrwasser. Danach waren nochmal 1,5 Stunden Ruhe drin und wir erreichten den Hafen von Scheveningen.

Natürlich war der Hafen entsprechend voll, die meisten wollten bei dem Wetter nicht auslaufen. Inzwischen hatte der Wind auch schon kräftig zugenommen und wir ritten die letzten 10 Sm schon bei einer recht hohen Welle.

Nach dem Frühstück, an einem Warteplatz, fanden wir dann einen Liegeplatz der uns eine Stadtrundfahrt etc. ermöglichte.

 

 

Scheveningen Gäste-Becken
Scheveningen Gäste-Becken

Am Mittwoch war es gegen Mittag mal wieder Zeit auszulaufen, die Hochdrucklage hat sich soweit durchgesetzt das wir bei 2 Windstärken aus verschiedenen Richtungen Ijmuiden anlaufen konnten. Nach einem ruhigem Segeltag, bei dem der Motor immer etwas mitlaufen musste, erreichten wir unser Tagesziel.

 

Nun steht ein Tag Ruhe und Freizeit an, Morgen geht es dann weiter nach Hause.

 

Der Bordhund, alles andere wäre cool
Der Bordhund, alles andere wäre cool

08.08.2015

Endlich keine Berechnungen von Strom und Tiden. Ein ganz normaler Morgen mit Aufstehen, ablegen und Frühstücken. Na ja, also wegen dem Kanal haben wir uns entschieden erst abzulegen und dann auf dem Kanal zu frühstücken.

Nach einer kurzen Strecken erreichten wir die Seeschleuse von Ijmuiden, das Schleusen verlief ohne Probleme. Außer das ich gefragt wurde wie es den beim Ablegen geregelt wäre das nicht das Boot an der gegenüberliegenden Schleusenwand mit uns zeitgleich losfährt. Um zu zeigen das dies nicht funktionierte versuchten die beiden Schiffe hinter uns diese Art des Ablegens. Der stärke hatte aber ein Bugstrahlruder und drückte so den anderen wieder an die Wand. Der war dann ziemlich sauer. Aber wie auch im Autoverkehr gibt es auch auf dem Wasser einfache Menschen.

Um seine Wut abzureagieren musste er uns dann im Kanal ziemlich grundlos an ranzen. So sind die kleinen Leute. :-)

Nach einer ansonsten sehr ruhigen Kanalfahrt kamen wir dann im Bereich von Amsterdam in den Massentourismus. Jeder der Boot hat wollte irgendwo hinfahren und so blieb es auch bis zur Einfahrt in unser Heimat – Fahrwasser.

Dort ging es zuerst nach Volendam zum Tanken und danach nach Marken um der Crew diesen ehemals ruhigen Ort zu zeigen.

Unser Liegeplatz in der Ecke des Hafenbeckens lag genau vor 2 Cafes und so waren wir Aktration des Tages.

Eine Stunde später hörten wir wie im Cafe jemand zu seinen Tischnachbarn sagte das wir dort nie im Leben ohne Unfall und so weiter herauskommen würden.

Leider mussten wir ihn ziemlich enttäuschen und haben trotz Wind einen Bilderbuch Ableger aus der Ecke hingelegt.

Eine Stunde später lagen wir in Mönickendam an unserem Heimatliegeplatz. Dort wurden wir auch von den anderen Liegeplatzinhabern und dem Hafenmeister freundlich und mit Freude begrüßt.


Bei einem leckerem Essen in einer Gaststätte ließen wir den Abend ausklingen.


Am nächsten Morgen stand dann ausräumen, putzen und die Heimfahrt an.

Wie merkwürdig es ist, nach über 4 Wochen auf einem Schiff wieder ein Auto zufahren. Kein Fahrtwind, einfach bremsen und nicht rückwärts einkuppeln, keine Fender beim einparken....


So erreichten wir am späten Nachmittag wieder Ratingen.


Rückblickend werde ich wohl noch einige tage brauchen um alle Eindrücke zu verarbeiten und die guten Eindrücke zu genießen. Auch bei diesem Törn waren Anspannung, Abenteuer und Entspannung sehr gut verteilt. Man taucht in eine andere Welt ein und wenig später sind die Probleme und aufgaben der Alltagswelt vergessen....


Die Termine für das nächste Jahr werde ich in Kürze online stellen. Vielleicht hat ja jemand Lust wieder mitzufahren.

Oranjesluis Amsterdam
Oranjesluis Amsterdam