3. Woche Maitörn

 

13.5.2018 Sonntag

 

Gegen Mittag fuhren wir wieder zurück nach Cherbourg zum Schiff. Kurz vor Cherbourg machten wir einen kurzen Halt um uns St.Mairie Eglise anzuschauen. Diese Stadt wurde als erste von den Alliierten am D-Day befreit. Durch Probleme bei der Navigation wurden viele Fallschirmjäger direkt über Stadt abgesetzt. Davon zeugen die Museen und die Fenster in der Kirche.

 

Gegen 20:00 erreichten wir, nach dem Einkaufen, die „Morgane“ wieder. Sie lag unbeeindruckt am Steg und war schnell wieder bezogen.

 

Am Abend habe ich dann noch schnell die Strömungsfenster und die beste Reiseroute ausgerechnet. Wir mussten er gegen 10:30 ablegen, also endlich mal wieder fast ausschlafen und ruhig an Bord frühstücken.

 

14.5.2018 Montag

 

Endlich ging es nach 5 Nächten wieder raus auf die See.

 

Draußen erwartete uns ein gemütlicher Schiebestrom mit 1 Kn. Der allerdings weiter in der Bucht von Cherbourg immer kräftiger zunahm. Ein Meter Welle war gemeldet, auch aus West. Der Strom setzte am Cap la Haugue mit guten 5 Knoten, aber aus Ost, damit hilft er uns und wir kamen zeitweise auf gute 12,5 Knoten über Grund. Aber die kräftige Dünnung gegen den Strom baute die Welle deutlich höher als 2 Meter auf, dazu ergeben sich durch die Kapeffekte sogenannte Kreutzseen. Also Seegang der nicht mehr nur aus einer Richtung kommt. So ähnlich wie kochendes Wasser in einem Topf.

 

 Aber in einer rekordverdächtigen Zeit erreichten wir Jersey und den Yacht hafen von St. Hellier. Die Sill-Mauer war mit 3 Meter Wasser überspült und so konnten wir ohne Probleme einlaufen. Diese Sillmauer hält bei Niedrigwasser den Wasserstand im Hafen auf 2,3 Metern.

 

Ein Abend - Spaziergang durch die Stadt stimmte uns auf die erst Kanalinsel der Reise ein.

 

Nach einem leckerem Abendbrot und einer Dusche ging es dann in die Koje.

 

15.5.2018 Dienstag

 

Heute sollte mal ein Hafentag dazu genutzt werden um die Insel weiter zu erkunden. Dazu ging es nach dem Frühstück mit einem Tagesticket für den öffentlichen Bus über die Insel. Erste Station war St. Albin. Ein kleines schnuckliges Hafenstädchen an der gleichen Bucht wie St. Hellier. Danach ging es weiter zum Leuchtturm von Cobere. Ein recht guter Ausblick und ein leckeres Jersey Eis ließ uns die Gegend genießen.

 

Das Bussystem auf Jersey hat einen großen Nachteil. Alle Orte sind lediglich Sternförmig an St.Hellier angebunden. Und hier bricht nachmittags der Verkehr zusammen, halt richtige Großstadt, und das mit 23.000 Einwohnern J

 

So ging es mit dem Bus zurück nach St.Hellier ins Busdepot und dann mit dem nächsten Bus wieder raus zur Südostecke der Insel. Hier genossen wir einen Spaziergang in der Sonne und begnügten uns mit einem Rundgang um die dortige Festung.

 

So ging es zum Schiff zurück und wir ließen den Abend gemütlich ausklingen.

 

 

16.05.2018 Mittwoch

 

Gegen Nachmittag sollte es raus gehen, mit der Tide nach St,Malo. Den Vormittag nutzte ich für einen Ausflug nach La Hougue Bie, ein alter Grabhügel aus der Zeit vor 6.000 Jahren, eine Kapelle und eine Ausstellung zur Geologie, zur Steinzeit und eine Münzsammlung lockten das Interesse. Das klingt alles nach einem großem Komplex, aber tatsächlich lag alles sehr eng beieinander und war doch recht übersichtlich.

 

Das Grab ist begehbar und so konnte man den „Spiritus Loccie“ wunderbar genießen. Bis 2 Busse mit Touristen kamen die durch die Anlage getrieben wurden. Aber auch die waren schnell wieder weg.

 

So erfuhr ich das zuerst die Steinzeitmenschen hier eine Anlage mit 3 Grabkammern errichtet hatten. Der Deckstein wog dabei ca. 20 Tonnen, also eine Leistung die vermutlich von einer größeren Menschengruppe geleistet wurde. Irgendwann wurde der nach Westen ausgerichtete Eingang verschlossen und es blieb ein Hügel zurück. Irgendwann im 15 Jahrhundert kam eine Gruppe Inselbewohner vorbei und erreichtete auf dem Hügel eine Kapelle. Die wurde aber irgendwann dem Verfall überlassen und in der Gotik kam ein Adeliger vorbei und baute neben die Kapelle einen Turm um die Aussicht zu geniessen und band die Kapelle in diesen Wohnkomplex ein. Irgendwann war der Turm einsturzgefährdet  und[BV1]  wurde aufgegeben. Dann entstand eine Hotelanlage auf dem Gelände und schliesslich wurde das ganze Areal von einer Stiftung die die Gräber erforschen wollte gekauft.

 

Im 2. Weltkrieg wurden hier wegen der guten Aussicht Bunkeranlagen von den Deutschen errichtet. Heute eine Gedenkstätte an die Zwangsarbeiter im 2. Weltkrieg auf der Insel.

 

Also eine ziemlich bewegte Geschichte und eine ziemliche Ansammlung von Sehenswürdigkeiten.

 

Gegen Mittag ging es zum Schiff zurück.

 

Doch ich hatte vergessen die Öffnungszeiten des Silles mit einzurechnen. So lagen wir noch bist 17:48 im Hafen fest.

 

Als wir dann endlich draussen waren stand der Wind wie angekündigt, allerdings steilte die Strömung gegen den Wind den Seegang ziemlich auf und so ritten wir bei einem sehr ungemütlichem Seegang in Richtung St. Malo.

 

Schon bei der Neuplanung des Segelabschnittes mit der späten Auslaufzeit war klar das wir die letzte Schleuse in St.Malo nicht bekommen würden. Aber auch mit dem Sill im Yachthafen von St.Malo würde es ggf. knapp werden. So waren wir mal wieder gejagte der Gezeiten.

 

Die Ansteuerung war dann eine größere herausforderung. Bei dem kurzen hakigem Seegang tanzte Morgane hin und her und es liess sich nur so ungefähr ein Kurs halten. Dazu setzte der Ebbstrom mit 1,5 Knoten und wir konnten eh nicht mit dem Schiff zielen sondern fuhren quer zum Fahrwasser in Richtung Hafen einfahrt.

 

 Bei 2,7 Meter konnten wir die Anzeige vom Sill sehen, also mit Vollgas darauf zu. Bei 2,5 Meter rutschten wir in Hafen, der hat eigentlich nur Liegeplätze für kleinere Yachten. Aber wir fanden dann eine Möglichkeit längsseitz an einer anderen Yacht. Gegen 2:00 fielen wir in die Koje.

 

 

 

17.05.2018 Donnerstag

 

Gegen 13:00 hatten wir gefrühstückt und konnten uns auf den Weg zu unserem reservierten Mietwagen machen. Im Fährterminal sollte sich die Station finden. Tatsächlich musste man von hier an anrufen und ein Mitarbeiter kam herüber um den Wagen herauszugeben. Für die Rückgabe sollten wir einfach den Wagen parken und den Schlüssel wieder in den Kasten am Terminal werfen.

 

So drehten wir eine gemütlich Runde durch die Bretagne, wieder einmal an Orte die mit der Yacht nicht zu erreichen sind. Den Abschluss bildete der Besuch der Altstadt von St. Malo. Die Abendstimmung zog uns in ihren Bann. Zurück am Fährterminal, gegen 22:00 stellten wir fest das dass Terminal nun abgeschlossen war. Ein Wachmann bot an den Schlüssel in den Kasten zu werfen, wir nahmen das Angebot an er verschwand in die andere Richtung mit dem Schlüssel. Offenbar suchte er das Auto. Wir entschlossen uns den Vermieter anzurufen und diesem mitzuteilen das wir den Schlüssel dem Diensthabendem Wachmann gegeben hätten, weil das Terminal zu sei.

 

Der Wachmann bekam das mit und brach die Suche nach dem Auto ab, recht entzürnt, weil ihm klar war das ihm nicht vertrauen, öffnete er meckernd das Terminal und wir warfen den Schlüssel in den Kasten.

 

18.05.2018 Freitag

 

Gegen 6:30 sollte auf dem Sill in der Ausfahrt genug Wasser stehen.

 

Ein Fischerboot das vor dem Sill immer wieder herumtastete mit seinem Echolot liess uns aber vermuten das die Tiefe doch noch nicht ausreichte. So warteten wir doch lieber noch eine Stunde ab und schaute regelmäßig auf die Anzeige. Schließlich reichte das Wasser aus und wir machten uns auf den Weg nach Jersey.

 

Als wir hier Mittags ankamen nutzten wir die Zeit noch für einen schnellen Besuch im „Elizabeth Castel“ in der Bucht  von St. Albaun.

 

Gegen Abend nahmen wir dann das Amphicar wieder zurück. Ein witziger Gefährt das wohl von der Landung in der Normandie übrig geblieben ist.

 

So ging es in Schrittgeschwindigkeit zurück zum Festland.

 

Der restlichen Abend verbrachten wir gemütlich an Bord.

 

19.05.2018

 

Am Vormittag ging es mit einer schönen Brise rüber nach Guernsey. Mein Sohn wollte hierhin mit dem Flugzeug kommen. Wir waren sogar so rechtzeitig dran das wir noch einen Imbiss in der St. Peter Port nehmen konnten bevor ich mit dem Insel Bus zum Flughafen fuhr.

 

Alles verlief planmäßig und wir machten am späten Nachmittag noch einen Spaziergang durch die Stadt und kauften für die nächste Woche ein.

 

 

 

 

 


 [BV1]F dem