2. Woche Maitörn

 

06.052018 Montag

 

Gegen 5.00 lagen wir wieder in der Schleuse. Also bei deutlich höherer Gezeit.

 

Neue Aufgabe war im Dunkeln das offenbar schlecht betonnte Fahrwasser zu finden. Aber diesmal klappte alles und gegen 5:45 nahmen wir dann Kurs auf das Kap von Beachy Head, mit seinem bekanntem Leuchtfeuer.

 

Der Wind kam recht konstant mit 2 Bft aus Norden (eigentlich Nordost) aber um die 65 Sm in einer guten Zeit zu schaffen zog die Stahlfock kräftig mit. (Das ist der Motor) und so kam der Wind für uns eher aus Nord. (Kombination aus wahrem Wind und Fahrtwind.

 

Nach den sehr freien Platzverhältnissen außerhalb vom Solent, kamen wir hier postwendend in ein extrem volles Revier. Hier waren gefühlt alle 10.000 Yachten, Boote und was man dafür halten könnte auf dem Wasser. Um den Spaß rund zu machen wollen teilweise sehr große Schiffe aus Southhampton in den freien Seeraum, also durch den Solent.

 

Gegen 18:30 lagen wir dann fest im Cowes Yacht Club. Hier stellte sich heraus das am Montag „Bankhollidays“ in Gb sind und darum alle unterwegs waren.

 

Am nächsten Morgen geht es raus nach Yarmouth. Gegen 8.00 ist das Ablegen geplant, da alle ziemlich müde waren herrschte um 21.00 schon Nachtruhe an Bord

 

07.05.2018 Sonntag

 

Beim Morgenkaffee plante ich schon den weiteren Törnverlauf. Laut Gezeitentafeln müssten wir von Alderney nach Guernsey entweder morgens um 4:30 oder abends um 17:45 auslaufen.

 

04:30 fällt aus, auf den Alderney Race im dunkeln fehlt mir tatsächlich die Lust. Also ginge nur die späte ablege Zeit. Würde heißen um 21:30 fest und aufgeräumt in Guernsey. Wir müssten aber am nächsten Morgen schon wieder zum nächsten 50 Sm Schlag ausholen um St.Quay zu erreichen um dann das Törnziel Paimpol zu erreichen.

 

St.Quay und 50 SM würde bedeuten am frühen Morgen ablegen. Also würden wir nichts von Guernsey sehen.

 

Dazu erreichten uns Informationen das der Eisenbahner Streik unvermittelt weitergehen soll.

 

Da von Paimpol kein Fortkommen ohne Zug ist, haben wir uns entschlossen Cherbourg als Crewwechselhafen zu nehmen. Also bleiben wir noch einige Tage im Solent um dann Kurs auf Cherbourg zu nehmen…

 

 

08.05.2018 Dienstag

 

Am frühen Morgen ging es unter Diesel in einer guten Stunde von Cowes nach Yarmouth am Ausgang des Solent. Der Plan ist das wir nun doch Donnerstag nach Alderney fahren.  So hatten wir einen ruhigen Tag auf der Isle of Wight, und ich machte mal wieder eine Bustour. Erst nach Godless, einem wild-romantisch-kitschigem Ort in der Inselmitte. Um dann über die Südküste zur Ostküste und dann zurück nach Yarmouth zu fahren.

 

Ein sehr entspannender Tag.

 

 

Nachtrag….

 

Ein Abenteuer möchte ich Euch nicht vorenthalten, die Toiletten-Spülung im Yachthafen von Yarmouth, funktioniert mit einem Bewegungsmelder. Wenn man nun eine zulange Sitzung auf dem Örtchen hat, gib t es einen Mordsschreck wenn urplötzlich die und unvermittelt die Spülung einsetzt.

 

Ging mir auf jeden Fall so….

 

 

 

09.05.2018 Mittwoch

 

Als wir aufstanden graute der Morgen….

 

Gegen 7.00 ging es raus auf den Solent, in Richtung Alderney. mit nach Osten setzenden Strom ging es raus aus dem Solent. Eine schöne Morgenstimmung empfing uns an den Needles, einer echt schönen Laune der Geologie…

 

Eigentlich sollte der Wind auf NW drehen und uns sauber nach Alderney bringen. Aber als der Strom kenterte konnten wir nur noch Südkurs auf das Kap de la Hague anlegen.

 

Aus dem Solent kommend wäre Alderney ein direkter südwest Kurs gewesen. Bei SW Wind hätten wir aber aufkreutzen müssen. Das bedeutet aber doppelter Weg, dreifache Zeit. Bei 70 SM Strecke hatten wir nicht wirklich Lust auf den Stress, zu dem setzte die Dünnung sehr unangenehm aus West, also anders als die Windrichtung. So entschieden wir uns auf dem direkten Weg Cherbourg anzulegen.

 

Gegen 18:30 waren wir dann fest in Cherbourg.

 

10.05.2018 Donnerstag

 

Am Mittwochabend war ich zu müde und ausgepowert um noch eine sichere Planung des weiteren Törnverlauf zu machen. Der Wind kommt heute kräftig aus Westen, also nicht wirklich was nettes für Alderney, ginge noch nach St.Vaast zu fahren. Aber da kommen wir nur bei Hochwasser rein. Auf dem Hinweg wäre alles gut, aber der Rückweg müsste um 6:00 starten, also 6.00 mit HW draußen sein.

 

Dazu würde der Strom erst 2,5 Stunden später einsetzen. Dafür soll der Wind auf Süd zurückdrehen. Soweit der Plan.

 

Da wir aber am Donnerstag erst gegen 20.30 ankommen würden und dann um 5.00 wieder aufstehen müssten, entschlossen wir uns einen Hafentag zu machen und am Freitag einen Mietwagen zu nehmen.

 

Freitag wollen wir mit dem Auto die Normandie erkunden, dann am Samstag nach Paris fahren und dort den Crewwechsel durchzuführen. Denn nach wie vor streiken die französischen Eisenbahner….

 

 

11.05.2018 Freitag

 

Morgens hatte ich den Mietwagen abgeholt und wir brachen auf nach Barfleur in der Normandie. Ein schön romantischer Hafenort, aber für uns mit der Yacht nicht erreichbar. Von Barfleur ging es weiter nach St. Vaast, deutlich größer und der Hafen wird von einem Tor bei Niedrigwasser verschlossen. Nach diesem Abstechern in die kleinen Normandie-Häfen ging es 2 Stunden mit dem Auto nach Mont St. Michel. Der Punkt stand schon länger auf der Liste zu besuchender Orte.

 

Gegen 16:30 erreichten wir den Parkplatz. Hier kann man wählen ob man mit der Pferdekutsche, für x Euros, zu Fuss oder mit dem kostenlosen Shuttle Bus fahren möchte. Wir nahmen den Shuttel Bus. Ein recht interessante Bus Lösung. An der jeweiligen Endhaltestelle springt der Fahrer aus dem einen Führerstand in den am anderen Ende des Busses und ohne zu wenden fährt der Bus dann in die andere Richtung.

 

Insgesamt hatten wir einen recht starken Gegenverkehr als Besucherstrom. Die meisten wollte die Insel wieder verlassen. Also wurde es deutlich ruhiger und wir wichen mit unserer Taktik tatsächlich dem Besucher Ansturm aus.

 

Mont St. Michel ist eine nette Klosterinsel die wehrhaft im 100 jährigen Krieg sich gegen die Engländer wehrte.

 

Also alles in allem ein lohnendes Ziel.

 

12.05.2018 Samstag

 

Am Samstag stand mal wieder Crewwechsel an. Also packen, putzen, abrechnen. Gegen 14:30 waren wir dann mit dem Auto nach Praxis unterwegs. Wegen dem Eisenbahnerstreik war eine andere Abreiselösung eventuell schwierig.

 

Ich setzte dann die Crew am Bahnhof Nord ab und fuhr zum Bahnhof Ost um die nächste Crew, eine alte Freundin, aufzunehmen. Wir verbrachten den Abend noch in Paris und fuhren dann am Sonntag wieder zurück…