Maitörn 2018

Dieses Jahr soll es mal wieder nach Westen gehen, erst in den Solent und dann rüber an die Küste der Bretagne. Insgesamt 4 Wochen werden wir gemülich unterwegs sein...

 

Aber zuerst muss noch einiges am Schiff gemacht werden, wie immer halt...

0. Woche....

Die ersten Tage musste ich vom Schiff aus meinem "normalen Beruf" ausüben. Nebenbei, also nach Feierabend habe ich dann den neuen Kartenplotter eingebaut und das Schiff geputzt. Durch den anderen Winterlagerplatz, direkt in Lee des Sandhandels in Nieuwpoort war das Schiff dieses mal extrem verschmutzt.

Am Samstag war wieder mal ein stressiger Tag angesagt, die erste Crew des Jahres kam an....

1. Woche

Samstag, 29.04.2018

Nach dem Einkaufen und der Creweinweisung, würde es recht spät.

Am nächsten morgen hatte ich auf die alte Methode die Auslaufzeit berechnet.

Als ich dann am Morgen auf den Kartenplotter schaute, gab der mir die Auskunft das wir nur noch kurz mitlaufende Strömung hätten. Also haben wir einen Alarmstart hingelegt und sehr schnell ausgelaufen.

 

Aber tatsächlich passten meine manuellen Berechnungen mit der realen Wirklichkeit draußen überein. Die Plotter sagten beide das wir 2 Knoten gegenlaufenden Strom hätten, tatsächlich hatten wir aber 2 Knoten mitlaufenden Strom...

 

Keine Ahnung was die Programmierer da gemacht haben.

   

Eindrücke von Dunkirke... mal anders als sonst...

 


Wir sitzen in Dunkirke fest.
Ja ich weiß das ist früher schon 300.000 Soldaten passiert...
Wenn ich das richtig sehe sind wir nördlich von einem Tief, welches nordöstlich von Paris liegt..
Auf jeden Fall waren es gute 9 - 10 Windstärken in der Nacht, Seegang im Hafen und Dauerregen...
Scheint die nächsten Stunden noch so zu bleiben.
Bin mal gespannt welcher Wetterdienst den Preis gewinnt. Der Meteo-Consult sagt was anderes als Windy.Com...
Nach MC bleiben wir bis Mittwoch hier, nach Windy könnte es Dienstag in Richtung Dover gehen...
Aber die Bahn ist, meiner Meinung nach, so seltgen das die Prognose Modelle auch nicht genau wissen was sie daraus machen sollen...

Montags in Dünkirchen ist echt nichts los. :-(

Den ganzen Tag Regen und Sturm... alle Museen zu, die Stromversorgung auf den Stegen zappelt auch rum...

Vermutlich kommen wir erst am Donnerstag raus, Morgen sind noch 2 Meter Welle angesagt...

 

 

01.05.18 Dienstag

 

Immer noch in Dünkirchen, der Wetterbericht sagte für Heute bis zu 4 Meter Welle im Kanal.

 

Morgen soll der Seegang weniger sein, aber dafür der Wind wieder kräftig zulegen und die Welle wieder auf 2 Meter hochtreiben.

 

Also werden wir wohl erst am Donnerstag gegen 08:30 raus gehen.

 

Heute waren wir im Museum zur Operation Dynamo, das war die Evakuierung der Soldaten aus England und Frankreich von Dünkirchen im 2. Weltkrieg. Im gleichen Terrain liegt auch ein witziger Park mit abstrakter Kunst. Später kamen noch die Nachbarn zu Besuch um etwas zu quatschen.

 

Jetzt machen wir es uns noch gemütlich und ich denke ich gehe früh ins Bett.

 

 02.05.2018 Mittwoch

 

Erwartungsgemäß erreichte uns der angekündigte Tiefdruckkeil am Vormittag, jetzt kachelt es mit 7 Bft und 3 Meter Welle im Kanal über uns hinweg. Aber ab Morgen soll dann der Sommer zurück sein…

 

Wir waren in der anderen Stadtseite unterwegs, Einkaufen und Cafe trinken. Und, Überraschung, nach Jahren der Bauzeit ist der Platz mit Jean Barth Statur fertig geworden. Ist ganz nett geworden.

 

Morgen Früh geht es um 7:00 raus in Richtung Dover. Gespannt bin ich auf die Neuerungen im Hafen von Dover. Aktuell wird eine neue Marina gebaut und die Zufahrt zur alten Marina wird für ein Cargoterminal zugeschüttet. Schon im letzten Jahr hatten wir eine interessante Verkehrsführung durch die Großbaustelle. Jetzt soll wohl die Kaimauer zur neuen Marina fertig sein. Mal sehen wo wir hinmüssen…

 

Also heute früh ins Bett…

 

 

03.05.2018 Donnerstag

 

In der Früh riss der Wecker uns aus dem Schlaf.

 

Der Wind hat sich gelegt, und so ging es bei moderaten 12 Kn aus NW in Richtung Dover.

 

Die Weller war dementsprechend niedrig und auch das Verkehrstrennungsgebiet machte nicht viel Stress. Das neue Handfunkgerät hat sich recht gut bewährt und so lagen wir gegen 14:00 MESZ im Hafen von Dover fest.

 

Doch der Cappucino im Dickens Corner musste ausfallen, das Gebäude ist leer und wird wohl renoviert. Nebenan hat neues Studenten-Cafe aufgemacht und so saßen wir da im gemütlichen Hinterhof beim Capu und genossen die Sonne. Endlich mal ein Tag ohne Regen.

 

Zum Abendessen gab es Chilli alla Morgane und Morgen geht es um 7.00 raus nach Eastbourne.

 

04.05.2018 Freitag

 

Gegen 7:00 ging es in der Rush-Hour raus aus Dover. Einige Arbeitsboote und viele Yachten wollten den Hafen zur gleichen Zeit verlassen.

 

Draußen ging es dann mit kräftigem Strom in Richtung Dungeness, dann weiter nach Eastbourne. In Dover war das WLAN nicht gut, in Eastbourne auch nicht wirklich. Also werde ich wohl in Cowes versuchen den Blog und die Bilder hochzuladen…

 

Gegen 14:00 waren wir dann in Eastbourne Schleuse, nach dem Tanken und dem Aufräumen ging es dann über die Eisdiele mit leckerem Jersey Eis in den Einkaufsmarkt. Für die nächsten Tagen verpflegen und einiges anderes holen…

 

05.05.2018 Samstag

 

Der Tag begann nicht so gut… nach dem Schleusen tasteten wir uns durch das Fahrwasser, aber wir fanden recht sicher die einzige Platte mit nur 1,9 Meter Tiefe, das bei ablaufendem Wasser. Ein mit auslaufender Fischkutter kam sofort längsseits und versuchte uns freizuschleppen. Leider ohne Erfolg. Nach der Info an Port-Control entschlossen wir uns auf das nächste Hochwasser zu warten. Nach etwa einer Stunde waren wir am tiefsten Punkt angekommen.  Die Morgane hatte einiges an Schlagseite und wir saßen entspannt auf der hohen Kante und warteten. Der Hafenmeister sendete zum Sichern und zur Unterstützung ein Schlauchboot. Aber soweit kamen wir nicht herunter, das die Gefahr bestanden hätte das, dass Schiff vollläuft bevor es wieder aufschwimmt.

 

So saßen wir in der Sonne und warteten. Ich versuchte Ruhe auszustrahlen, trank meinen Kaffee und frühstückte. Bis der Herd am Anschlag ankam und sich nicht weiter mit neigte.

 

Port-Control, das Sicherungsboot und ich wechselten uns damit ab die vorbeifahrenden Schiffe nachdrücklich um langsamste Fahrweise zu bitte um Sog und Wellenschlag zu vermeiden. Also auf dem Funk war einiges los…

 

Nach 3 Stunden war der Wasserstand wieder auf dem Niveau vor dem Auflaufen, jetzt mussten wir gleich freikommen. Wir holten die Anker, die zur Stabilisierung ausgebracht hatten wieder ein, und das Sicherungsboot übernahm Die Aufgabe des Bugankers und zog sanft in Richtung tiefes Wasser. Wir wollten ja nicht rückwärts noch weiter auf das Flach kommen.

 

 

Auf dem Bild oben ist das Bild des Kartenplotters zu sehen. Wir sind das schwarze Dreieck, das durchsichtige Dreieck ist unser AIS Signal. Das andere Dreieck das Sicherungsboot…..

 

Also, nach Plotter waren wir voll in der Rinne, es war dem Hafenmeister auch etwas unangenehm das er die Frage warum keine temporären Tonnen ausgebracht werden, nicht beantworten konnte.

 

Bei starkem Ostwind versandet die Einfahrt halt und alle 3 bis 4 Monate muss da gebaggert werden.

 

Nach dem wir wieder frei waren ging es in die Werft um einmal kurz zu schauen ob es Schäden gab. Dann zum Liegenplatz, aufräumen und was Essen… Morgen früh geht es wieder los, diesmal früher mit mehr Höhe der Gezeit…