Zurück nach Zeebrügge

Freitag, 26.8.2016

Um 6:00 war das Frühstück angesetzt, damit wir um 7:00 raus konnten. Das Ziel sollte Yarmouth im westlichen Solent heißen. Aber durch die Strömung und den nicht drehenden Wind wurde es dann doch Portmouth.

Die alte Dünung schwappte noch recht lustig und wir wurde teilweise ordentlich durchgeschüttelt. Erst als wir im Lee der Isle of Wight waren, beruhigte sich das Wasser wieder und es ging mit der mitlaufenden Strömung in den Solent und den Meeresarm von Porthmouth. Wir suchten uns den Hafen gegenüber von Potrhmouth aus, an einem Ort der Gosport heißt. Blöderweise lese ich immer GoPro :-)

Gegen 22:00 waren wir dann endgültig fest und fielen nach dem Essen in die Kojen.

 

Wie gut das wir den Gedanken hatten am nächsten Tag einen Hafentag einzulegen.

 

 

Samstag, 27.8.2016

Nach dem Ausschlafen und einem üppigem Frühstück, ging es mit der Fähre rüber nach Porthmouth.

In Sichtweite unseres Liegeplatzes liegt die Historic Shipyard. Mit der „Victory“ dem Schiff von Lord Nelson und noch 11 weiteren Museen. Wir konzentrierten uns auf die Victroy und darauf die Stadt zu erkunden.

 

Am Abend gab es „Fish and Chips“ und so liessen wir den Tag ausklingen.

 

 

Sonntag, 28.8.2016

Eigentlich wollten wir um 13:30 auslaufen. Aber der aktuelle Wetterbericht versprach uns für diesen Törn 4 bis 6 Beaufort und eine signifikante Wellenhöhe von 1,8 Metern. Also 30% der Wellen sind noch höher und 10% sind doppelt so hoch... Da wir uns aber dicht unter Land segeln müssen um die günstigeren Strömungen auszunutzen, flaches Wasser bei dem Seegang aber gefährlich ist, haben wir uns spontan auf einen Hafentag geeinigt.

So geht es gleich wieder ins Shippyard, Ich habe mir eine Jahreskarte geholt die beim 2. Besuch schon 3 Pfund billiger ist als 2 mal den Eintritt zu bezahlen, mal sehen was wir uns Heute anschauen werden.

 

Danach werden wir einige Arbeiten am Schiff ausführen und einen gemütlichen Tag verbringen.

 

 

Montag, 29.8.2016

Mit den Arbeiten war ich dann gegen 13:30 fertig und wir hatten uns noch die Mary Rose angesehen. Ein recht schönes Museum in dem die Fundstücke ausgestellt werden die bei der Bergung vor 10 Jahren gefunden worden sind. Unter anderem wird der halbe Schiffsrumpf dem Publikum gezeigt.

Das Schiff versank bei einem Seegefecht mit den Franzosen 1545 innerhalb weniger Minuten. Henry VI versuchte vergeblich das Schiff wieder zu heben.

Von 500 Mann Besatzung wurden nur 35 gerettet. Auch der Bordhund verstarb bei dem Untergang.

 

Der errechnete Auslaufzeitpunkt für den heutigen Tag lag gegen Mittag. Leider hatten wir dann extrem viel Gegenverkehr in Fahrwasser aus Portsmouth. So wurde es ziemlich chaotisch und anstrengend. Nach einigen Stunden waren die anderen Segler hinter uns und wir setzten den Genaker. Um 21:00 erreichten wir endlich Brighton. Eine extrem enge Hafeneinfahrt mit quersetzendem Strom. Dazu ein Stadtbild das wir nur als hässlich bezeichnen konnten. Oder wie schreibt der Reiseführer über einige Häfen in der Bretagne?

Ein mondäner Urlaubshotspot...

Die eine Auslaufzeit für den nächsten Tag hätte bei 18:30 gelegen, die andere bei 6:45.

 

Wegen dem guten Eindruck von Brighton wurde es dann 6:45.

 

 

Dienstag, 30.8.2016

Dem Morgen graute vor uns :-), als wir um 5:45 aus den Kojen krochen.

Mit langsamer Fahrt schlichen wir uns aus dem Hafen. Einige Informationen besagten das in der Einfahrt nur 0,7 Meter Wasser stehen würde. Mit einer Gezeitenhöhe von 1,5 Meter also insgesamt 2,2 Meter. Da darf keine Welle schwappen, dann sitzen wir auf.

Glücklicherweise war die See spiegelglatt und auch die Dünung der letzten Tage hatte sich ausgelaufen.

Allerdings waren 3 kleine Fischerboot der Meinung das direkt vor der Hafeneinfahrt der beste Fisch beißen würde. So lagen sie recht unbeeindruckt von unserem Nebelhorn in der Einfahrt. Im letzten Augenblick entschlossen sie sich dann doch etwas Platz zu machen.

Der weitere Törn mussten wir dann die Maschine, mal wieder mitlaufen lassen. Bei nur 5 Knoten Wind fast von vorne wäre es sonst eine Odysse ohne Ende geworden.

Am Kap von Beachy Head standen dann einige pottendichte Nebelbänke, unter starkem Ausguck stocherten wir in die Watte des Nebels. Die Stille wurde nur alle 2 Minuten vom dem Signal unseres Nebelhornes durchbrochen. 3 Fischer legten in diesem Nebel ihre Netze aus und hofften auf einen guten Fang.

Vor dem Hafen von Eastbourn öffneten sich sehr kleine Nebellöcher und erleichterten uns die Ansteuerung. Aber ich erschrak mich schon als plötzlich große Häuser aus dem Nebel auftauchten.

Ein sehr perfekter Hafen mit genau dem richtigem Service erschien vor uns. Man meldet sich per Funk an und die Schleuse ist dann offen um die Yachten aufzunehmen. In der Schleuse wartet man dann auf den Vorgang und bekommt hier auch alle Informationen zum Liegeplatz. Auch die recht sauberen Duschen sind ohne weiteres vom Steg, und auch auch ohne Code zu erreichen. Die Zugangschips benötigt man erst wenn man wieder zurück in dieses Urlaubsparadies möchte...

 

Für Morgen früh ist der Schlag nach Dover geplant. 68 Sm liegen da vor uns. Vermutlich geht es gegen 5:30 los....

 

 

Mittwoch, 31.8.2016

Wir nahmen die 7:00 Schleuse, und motorten bei ziemlicher Flaute auf den Kanal hinaus.

Draußen nahm der Wind etwas zu und wir hatten einen wunderbaren Raumwindkurs unter Genaker nach Dover.

 

Mit gewohnter Routine wickelten wir den Funkverkehr ab und lagen um 14:00 fest am Steg.

 

 

Donnerstag, 01.09.2016

 

Gegen Mittag fragten wir bei Portcontrol Dover nach der Auslauferlaubnis. Diese ist aufgrund des starken Fähr- und Schiffsverkehrs notwendig. Während 2 Yachten auf die Erlaubnis warteten die östliche Ausfahrt zu nehmen, fragten wir nach der Erlaubnis für die westliche. Diese wurde uns sofort erteilt und so waren wir schon draußen, während die anderen beiden noch warteten.

 

Im folgenden segelten wir uns erst einmal von den ankommenden und abgehenden Fähren nach Dover frei, um dann am Rande des Verkehrstrennungsgebiet, einer Art Autobahn zur See, entlang zu fahren um einen guten Augenblick zum kreutzen der Verkehrsstreifen abzuwarten. Im VTG haben die Schiffe die diesem folgen Vorrang und wir müssen schauen das wir auf die andere Seite kommen. Spannenderweise fahren die Fähren von Dover nach Frankreich ebenfalls dadurch. Nur viermal zu schnell. Es klappte, wie immer, sehr gut. Allerdings ist es immer ein Streckenabschnitt bei dem man hellwach sein muss.

 

Auf der anderen Seite lies der Wind ordentlich nach und wir entschieden uns den Genaker auszupacken. Das ist ein Leichtwindsegel mit dem man viel Stress und Aktion machen kann wenn sonst der Wind einen ruhigen Motorboot - Törn verspricht.

 

Auf jeden Fall brach ein Schäkel bei recht starkem Wind und verletzte alle Crewmitglieder leicht. Die ausrauschende Schot peitschte recht kräftig und so gab es 3 Segler mit Abschürfungen an den verschiedenen Körperteilen. Damit aber nicht genug. Der Genaker weigerte sich danach sich wie gewohnt bergen zu lassen. Nach kurzem Experimentieren ließen wir ihn ins Wasser fallen und holten ihn dann wie ein Fischernetz wieder an Bord. Ungeschickter Weise kamen wir immer mehr an den Rand des Fahrwassers und es wurde langsam flach. Es war also Geschwindigkeit gefragt.

So holten wir unser „Netz“ ins Boot und packten ihn in den Salon.

 

In Dünkirchen kamen wir dann gegen 19:30 an und mussten erst einmal alles aufräumen, den Genaker abspülen und wieder richtig mit den Reffleinen eintüten. Dann hängten wir ihn zum trocken auf und genossen den Abend.

 

 

 

Freitag, 02.09.2016

Gegen Mittag öffnete sich wieder unser Zeitfenstern und wir hatten einen sehr ruhigen schönen Segeltag nach Zeebrügge. Auf dem Flach zwischen Dünkirchen und Nieuwport baute sich ein recht ruppiger Seegang auf. Die lange Dünung aus West trifft hier auf geringe Wassertiefen und es die Wellen werden steil und kurz. Dazu paaren sie sich mit dem Seegang den der Wind aus einer anderen Richtung auftürmt.

Ganz anders die Kreutzseen auf dem Flach vor Zeebrügge. Die Dünung wird vom den nördlichen Sandbänken abgeblockt. Dafür trifft sich der raue Seegang aus der Scheldemündung mit dem der die belgische Küste herunter kommt. Also ganz anders. ;-)

 

Da wir die gesamte Zeit kräftigen Wind von achtern hatten haben wir den Genaker gesetzt und erst vor Zeebrügge herunter genommen.

 

Weggepackt haben wir ihn dann aber erst im Hafenbecken. Schließlich fahren wir gute 3 Seemeilen durch die Häfen von Zeebrügge.

 

 

Samstag, 03.09.2016

Nach dem Frühstück stand heute das aufräumen und putzen des Schiffes auf dem Programm. Schließlich gibt es nun 2 Wochen Pause.

Am späten Nachmittag stand noch die Einweihungsparty für die offizielle Eröffnung des Yachthafens in dem wir seit Beginn der Saison liegen. Die kleinen Häppchen und Austern ließen wir uns bei dem recht leckerem Sekt schmecken. Allerdings trollten wir uns wenig später in die nächste Pommesbude. Nur von den Kleinigkeiten wird man nicht satt.

 

Sonntag, 04.09.2016

Morgens um 6:00 weckte uns der Wecker. Die Crew musste zur Straßenbahn und ich zum Waschsalon. Gegen Mittag fuhr ich dann auch mit dem Zug in die Heimat zurück.

 

Während der Rückreise musste ich mich anstrengen mich zu erinnern wann und wie wir vor 2 Monaten aufgebrochen waren. Aber auch die Planung für das nächste Jahr steht bald an...