Samstag, 30.7.2016

nach einer sehr kurzen Nacht ging es heute Morgen um 6:00 raus. Ziel Bretagne. Der harte Seegang macht es der Freiwache recht schwer wieder in den Schlaf zu finden. Ablegen machen wir immer alle zusammen, danach kann dann die halbe Crew wieder in die Koje krabbeln. Wobei das Vorschiff nicht wirklich ruhe bietet. Schon gar nicht bei den 2 Meter Wellen die nahe der Küste standen.

Nach ca. 8 Stunden Törn sind wir in St. Quay angekommen. Allerdings irgendwie ziemlich müde.

Es verwirrt uns noch das die Auto jetzt wieder aus der „richtigen“ Richtung kommen und wir zwischen Bordzeit und Landzeit keine Stunde mehr rechnen müssen. (Die Kanalinseln haben bekanntlich Linksverkehr und englische Zeit...)

Im Augenblick planen wir die nächsten Etappen bis nach Roscoff...

 

 

Sonntag, 31.7.2016

Das schöne an den Kanalinseln fand ich, dass die Küche gut französisch ist, das ist sie ja nicht überall, aber meistens besser als die gute alte englische Küche. Die Verwaltung und die Menschen hingegen sind sehr britisch. Also höflich und zuvorkommend.

Wie man an den Uploads merken kann, gibt es hier Strom, stabiles WLAN und eine verschlafene Crew. Liegt wohl an dem frühem Aufstehen gestern. Gleich gibt es Frühstück und dann geht es raus und wieder rein. Wir wollen einen Fluss zu einer alten Hafenstadt hoch laufen.... Sehr viel Planung und Rechnerei in diesen Gebiet....

 

Gegen 11:00 mussten wir dann raus, mit dem Strom aber gegen den Wind nach Norden. Als wir kurz vor der Einfahrt waren, kenterte der Strom und wir mussten mit knapp 2 Knoten über Grund gegen den Strom in die Flussmündung dampfen. Dort hatte wir wieder 2 bis 3 Knoten Strom mit uns laufen, so düsten wir mit teilweise 10 Knoten die Flusslandschaft entlang...

 

Ungefähr nach 7 Meilen liegt ein kleines verträumtes Städtchen mit einigen Anlegern im Strom. In das nahe gelegene Hafenbecken haben wir uns nicht getraut...

 

Montag, 01.08.2016

Da Paimpol noch auf der Liste der zu besuchenden Orte stand, die Einfahrt aber trockenfällt und so der Hafen nur 2 Stunden vor und nach Hochwasser erreichbar ist, haben wir uns entschieden den Ort auf die harte Tour, also zu Fuß von Lezardireux aus zu besuchen.

Glücklicherweise regnete es nicht die ganze Zeit....

 

Dienstag, 02.08.2016

Heute schlafen wir aus und gammeln mal rum. Das Wetter ist zum segeln schlecht, wir haben Urlaub und nutzen die Zeit um die Wäsche zu waschen und einige Reparaturen zu machen.

 

Mittwoch, 03.08.2016

Heute Morgen heiß es um 8:00 Leinen los und ab nach Trebeurden in Richtung Roscoff. Bei einem angekündigten Westwind der Stärke 3 bis 4 fuhren wir in einer beinahe Flaute den Fluss rauf. Oben im freiem Fahrwasser empfing uns dann eine nette 5, die später noch auf eine 6 zulegte.

Dazu stand noch ca. 1,5 Meter alte Dünung aus NW auf die Küste. Macht also mit dem aktuellen SW Wind eine unschöne Kreuzsee. Interessanterweise haben die französischen Hydrologen diese Gewässer nicht komplett vermessen. Dadurch steht ab und zu eine kräftigerer Seegang unvermittelt

 

vor einem. Wahrscheinlich an den Stellen an denen der Meeresboden plötzlich um einig Zehnmeter ansteigt.

 

So mussten wir zweimal diesem sehr schweren Kreuzsee ausweichen.

Vor der Ansteuerung von Trebeurden waren wir dann 2 Stunden zu früh und mussten diese dann mit „up and downs“ (Halbwindkurs) abwarten bis die Tide hoch genug stand um die Hafeneinfahrt freizugeben. Ein weiterlaufen nach Roscoff war auch nicht wirklich möglich. In dem Schwerem Seegang schafften wir nur 3 Knoten Fahrt durch das Wasser. Das wir recht gut voran kamen lag somit nur an den bis zu 3 Knoten Strom der uns geschoben hat.

Dieser liess aber vor der Einfahrt von Trebeurden planmäßig nach und so hätten wir die nächsten 6 Stunden den Strom von vorne bekommen. Hätten also 6 Stunden fast auf der Stelle gestampft.

 

Gegen 17:20 lagen wir dann fest im Hafen und konnten den Abend noch gemütlich ausklingen lassen.

 

 

Donnerstag, 4.8.2016

 

Nachtrag zum Törn von gestern, einige Bilder versuche ich gerade hochzuladen. Gestern war wieder so ein langer Törn bei dem einem erst hinterher klar wird wie lang er war. Morgens Windstill und Nieselregen. Also dünne Sachen und schnell feucht, die erste Wache hatte dann ordentlichen Landregen, also dicker und kälter... als meine Wache anfing habe ich dann erst einmal den Regen abgestellt :) Dann wurde es immer angenehmer und spät nachmittags sind wir dann in kurzen Sachen gesegelt. Da kam der Wind dann auch von hinten und die Sonne schien...

 

 

Wie man an der frühen Zeit merkt, war die Nacht ziemlich unruhig. Gegen 4:30 strömten plötzlich große Wassermassen in den Hafen. Die Gezeit hatte die Höhe der Sillmauer erreicht und so trieben wird hin und her... Später hatte dann noch er Wind gedreht und zerrt die Morgane an ihren Leinen und über die Scheuerleiste knarren die Leinen... Also, „Guten Morgen Zusammen“

 

Das schöne an den Tidenabhänigen Häfen ist ja die ruhe nach dem das erste Hochwasserfenster wieder geschlossen ist. In dieser Zeit am Morgen kommen nur die Segler an die nachts gesegelt sind. Die verschwinden dann auch schnell und lange in der Koje. Alle die den Tag über segeln wollen gehen vorher noch schnell raus und dann ist ruhe im Hafen. Die Duschen sind leer und auch so ist sehr ruhig. Gegen Abend, wenn das Fenster wieder aufgeht setzt plötzlich wieder trubel ein und man hat einige Stunden Hafenkino.

 

Den restlichen Tag waren wir in Trebeurden unterwegs und haben mal einiges Eingekauft. Das Hafentaxi hat uns dann als Service wieder zurück gebracht.

 

 

Die Planung für den nächsten Schlag nach Roscoff war angenehm kurz. Nur eben das Zeitfenster zum auslaufen berechnen und die Strömungen für die Überfahrt kalkulieren. Ungefähr 2/3 Din A4 Seite. Im Gegensatz für den Törn nach Trebeurden, da waren es 3 Seiten, und bei einem solangen Schlag rechnet noch einmal jemand gegen, also 6 Seiten. :-)

 

Freitag, 5.8.2016

 

Mal wieder Chaos mit den Zuordnungen zwischen Wochentag und Datum. Das ist bestimmt ein Zeichen für den Erholungseffekt. :-)

 

Nach dem Auslaufen erwartete uns ein sehr schöner Segeltag. Gegen Mittag erreichten wir Roscoff und auf dem letzten Stück begleitete uns eine Delfinschule. Ein schöner Anblick dieser tollen Tiere.

 

In Roscoff angekommen stand dann eine Menge Arbeit an. Aufräumen und Schiff reinigen für die nächste Crew, aber wir ließen es uns nicht nehmen noch das Dorf zu besuchen und den Tag entsprechend ruhig ausklingen zu lassen.