Einmal durch den Solent...

 

Sonntag, 23.7.2017

 

Heute ist mal wieder Hafentag, nach dem Schlag gestern war das echt nötig. Nach dem ausschlafen ging es erst zum Schiffsausrüster, neue Filter etc. holen. Im Anschluss haben wir mit der Fähre nach Portsmouth übergesetzt und das Historic Dockyard besucht. Ein recht interessantes Museum das sich im Militärhafen von Portmouth ausdehnt. Zu sehen gibt es Millitärschiffe der letzten 500 Jahre. So auch die erst seit 2016 zusehende Mary Rose von Heinrich dem VIII.

 

Den Abend haben wir dann nach den Nudeln mit Käsesosse gemütlich vor dem Fernseher ausklingen lassen.

 

 

 

Montag, 24.7.2017

 

Nach dem ausschlafen haben wir noch das Pulver Museum in Gosport besucht und sind dann mit ablaufendem Wasser nach Cowes auf der Isle of wight gesegelt. Tatsächlich ein Eldorado für Segler…. Heute wird es wieder ein ruhiger abend. Wir sind beide ziemlich müde und platt….

 

 

 

 

Dienstag, 25.7.2017

 

Cowes ist schon das Eldorado, aber auch recht voll. Die Aufbauarbeiten für die Cowes-Week sind im vollem Gange und man kann schon ahnen des ein riesiges Volksfest gibt. Gegen 10:00 haben wir uns heute aufgemacht um „Osbourne House“, die Residenz von Quenn Elisabteh zu besichtigen. Zuerst zur Floating Bridge, einen nicht freifahrenden Fähre die sich an Ketten über den Fluss Medina zieht. Dann ging es 1,7 Meilen, also irgendwas mit 3 Km zum House.

 

Da wir VIP Heritage Members sind, kostet uns der Eintritt nichts und wir haben uns an den langen Schlangen vorbei gemogelt. Das Durchschnittsalter der Besucher ist deutlich höher als unsers. Wie alle Museen in England war auch dieses mit extrem viel Personal ausgestattet und man fragt und erklärt lieber als das man Schilder aufstellt. Es ist schon beeindruckend wie viel Zeit sich die Mitarbeiter hier nehmen und irgendwie die riesigen Schlangen an Menschen ausblenden.

 

 

In nur 5 Jahren hat Albert von Sachsen-Coburg-Gutha Osbourne House 1851 bauen lassen. Ein recht schönes, aber zuweilen etwas dunkles Gemäuer. Nach dem Albert gestorben war zog sich die Monarchin immer mehr zurück und verbrachte hier einen großen Teil Ihrer Zeit. Diese zurückgezogene Trauer hat dann eine ganze Generation geprägt. => puritanischer Viktorianismus… so ist das wenn eine Königin nicht loslassen kann...

 

 

Gegen 14:00 waren wir zurück am Schiff, genau richtig das die Tide uns mit 3 Knoten in Richtung Yarmouth schiebt. Und so düsten wir mit 9 Knoten das Stück dahin. Der Wind soll ab morgen wieder zunehmen und auf West drehen. Da wir Samstag in Portsmouth sein müssen, haben wir jetzt einen Hafentag, da wir ja die Richtung wechseln. Andernfalls müssten wir morgen früh schon wieder raus, das ist mir zu stressig :-)

 

Da die Tide um 14:00 nach Westen setzt, geht sie morgens um 7:00 nach Osten, oder um 20.00…. also lieber einmal ausschlafen und dann die Tage au f Morgens ablegen, und nicht mehr Mittags drehen….

 

 

 

 

Mittwoch, 26.7.2017

 

Heute Morgen hat sich erst einmal englischer Landregen in bester Qualität eingenistet. Wir liegen in den Kojen und warten, oder müssen unser Ölzeug schon an Land tragen…. Mal sehen…

 

Zuerst gab es die typischen Rochaden am morgen, die Yachten liegen alle Seite bei Seite und der innen liegende möchte gerne raus. Diesmal war nur nett das der innerste erst gegen Mittag raus wollte und nicht wirklich vestanden hat das nun um 10:00 der Wechsel der Reihenfolge anstand. Dazu legen alle Schiffe ab. Und die die bleiben wollen machen in der Reihenfolge wie sie am nächsten Tag ablegen wollen wieder fest. Was für ein lustiges Chaos.

 

 

 

Danach ging es zum Yarmouth Castel, bevor die Inselfähre in der Aussicht liegt. Ein nettes kleines Castel.

 

Im Anschluss holten wir uns ein Tagesticket für den Inselbus und zogen los. An den „Needles“ gibt es einen Vergnügungspark und nebenbei kann man einen Blick auf die Kreide Spitzen am südwestlichem Inselende werfen die wie Nadeln aussehen. Interessante Ausflugsziele die es so gibt. Wir machten uns dann noch auf den Weg nach Newport, einer der Insel Hauptstädte. Eine ganz normale, langweilige englische Kleinstadt…

 

 

 

Donnerstag, 27.7.017

 

Gegen 9:30 ging es raus, eigentlich wegen mega netten Familie aus Lelystad, die wollten raus. Wir hätten auch noch eine Stunde warten können. Unser Tagesziel im Beaulieu River ist nicht so ganz Gezeiten unabhängig. 1,5 Stunden vor und nach Niedrigwasser können wir nicht passieren. Aber mit Schleichfahrt, was bei dem starken Wind und der Strömung immer noch 6 Knoten sind, erreichten wir knapp innerhalb des Mindestfensters die Ansteuerung. Herein tasten in die Flussmündung die zum versanden neigt, ist bei 6 Windstärken nicht so wirklich einfach.

 

Schließlich erreichten wir gegen 12:00 den Hafen bei Bucklers Hard. Das ist ein Anleger in der Flussmitte, hier sollte es bei Niedrigwasser tief genug sein. Bucklers Hard ist eine mittelalterliche Siedlung die noch im ganzen erhalten ist und als Freilichtmuseum genutzt wird.

 

Das Taxisboot holt uns am Ponton ab und bringt uns direkt zum Museum. Dafür sparen wir uns da den Eintritt. Wobei die Liegekosten mit 20 Pfund (50% Preis) schon happig genug sind.

 

 

 

Morgen früh geht es um 7:15 los, zurück in den Solent.

 

 

 

Freitag, 28.7.2017

 

Am morgen sind wir den Fluss wieder Richtung Mündung gefahren, mit ablaufendem Wasser gab es bis zu 7 Knoten auf die Uhr. Mit dem minimum an Sicherheit bezüglich der Wassertiefe sind wir dann gerade so in den Solent gespült worden.

 

Im weiteren Verlauf schälte sich dann ein Schatten in Form eines Flugzeugträgers aus dem Morgendunst, und tatsächlich der liegt in der Fahrrinne vor Portsmouth vor Anker und wird gerade versorgt.

 

In Gosport angekommen waren wir leider eine Stunde zu früh, so war unser Liegeplatz noch nicht frei, den hatten wir vorher beim Hafenmeister reserviert. So legten wir uns an einen anderen Platz und frühstückten ein zweites mal.

 

Der Rest des Tages verlief im Regen und mit Starkwind, aber wir mussten ja eh das Schiff aufräumen und waschen.