Nieuwpoort nach Portsmouth

 

Montag, 17.7.2017

 

Da das Wetter für Dienstag und Mittwoch Ostwind voraussagt sind wir dann schon am Montag nach Nieuwpoort gefahren. In aller Hektik alles eingepackt und in Nieuwpoort noch die Deskorganizer und den Bugbeschlag eingebaut. Mal sehen ob und wie die funktionieren. Der Ankerbeschlag ist jetzt fast fertig, jetzt müssen noch 2 Winkel angeschraubt werden damit der Anker auch von selber die Position findet in der er sicher hält...

 

Nach dem wir uns dann noch für 6 Wochen mit Fanta und Bier ausgerüstet haben, ging es an Bord weiter. Die Ventilatoren für die heißen Tage habe ich dann spätabends zusammengelötet.

 

Nach dem Stress sind wir dann gegen 23:00 in die Koje gefallen.

 

 

 

Dienstag, 18.7.2017

 

PassageWeather.com verspricht uns auch heute einen guten Ostwind. also vielleicht tatsächlich was für den Genaker... dann für Mittwoch anfangs Süd und später immer mehr aus West kommenden Wind. Das ich nicht so gzut, weil wir ja ziemlich genau nach Westen wollen. Aber er könnte recht schwach sein, Also vielleicht gegenan Motoren, oder halt den Rest aufkreutzen.

 

 

 

Also gleich erst einmal nach Boulogne sur mer,

 

 

 

Travelreport:

 

Morgane: VVW Nieuwpoort für Segelyacht Morgane mit Travelreport.

 

Hafenmeister: Segelyacht Morgane kommen sie  mit Travelreport..

 

Morgane: Segelyacht Morgane, Liegeplatz C31, wir verlassen Euch bis Anfang September in Richtung England.

 

Hafenmeister: Gute Reise und eine gute Zeit.

 

Morgane: Danke, und ihnen auch eine gute Zeit! Over and out!

 

 

Dienstag, 18.7.2017

 

Nach einem ziemlich langem Törn, gestern waren wir dann gegen 18: 28 :-) fest in Boulogne sur mer. Das ist in Frankreich, Picardie. Knapp hinter der Ecke von Calais, also westlich von Calais.

 

Edgar ein alter Freund stand schon mit einigen Dosen bestem Budweiser auf dem Steg und kam dann schnell an Bord. Nach em Essen wurde es dann eine lange Nacht. Er kommt gerade von einem 4 Wochentörn aus dem Solent zurück, und da wollte ich natürlich einige Tipps abfischen.

Mittwoch, 19.7.2017

Gegen 1:00 lagen wir dann in den Kojen, Edgar ging am nächsten Morgen um 7:00 nach Nieuwpoort und wir gegen 11:00 in Richtung Eastborune. Das liegt hinter Dungeness und an der englischen Südküste.

 

Die Nacht und der Alkohol steckte uns allen noch in den Knochen. Aber auch Edgar hat gut Nieuwpoort erreicht. Allerdings mit einem gebrochenem Babystag. Woher kenne ich das? Ach ja, vor 3 Jahren ist das auch bei mir passiert… Der Kanal ist schon Atlantik, und keine Badewanne…

 

Wir haben uns dann an das Verkehrstrennunggebiet im Kanal gemacht. Wie ich immer schreibe, das ist eine Autobahn zur See. Und wir sind wie eine Oma mit Rollator die da drüber will. Und interessanterweise, es ist meistens in eine Fahrtrichtung mehr Verkehr als in die andere. Wir ändern um auszuweichen immer zuerst unsere Geschwindigkeit. Das hat aber auf die anderen Kollisionsgegner, denen wir auch ausweichen müssen, wieder entsprechende Folgen.

 

Wie zu befürchten war, frischte der Wind kräftig auf und auf der anderen Seite hatten wir dann mit 26 Knoten Wind und entsprechendem Seegang zu kämpfen. Natürlich, so möchte es Murphys Gesetz, dreht der Wind auf ziemlich genau West, und nicht auf die angekündigten Südwest. In 270 Grad liegt aber Eastbourne, also aufkreuzen. Das bedeutet doppelte Zeit, dreifacher Weg,

 

 

Gegen 22:00 erreichten wir dann endlich die Schleuse von Eastbourne. Unterwegs haben wir wechselweise an Deck geschlafen, kochen war in dem Hack auf „Am Wind“ nicht wirklich möglich. So erreichten wir dann ziemlich ausgepowert unseren Hafen.

 

Jetzt sind erst einmal 1 bis 2 Hafentage geplant, aber das Wetter sieht eher aus wie 3 bis 4 Hafentage…

 

 

 

Donnerstag, 20.7.17

 

Hafentag, also mal ausschlafen, Duschen gehen, ein paar Reparaturen am Schiff machen und so weiter…

 

Reparaturen?

 

Jepp, vom Großsegel ist ein Mastrutscher gebrochen, warum auch immer. Also ganze Segel raus, Matsrutscher wieder zusammen tüdeln und ganze Segel wieder einfädeln… Aber in den nächsten Tagen muss das Segel zum Segelmacher um einen neuen einzubauen…. Und die Genakerschot hat den Bootshaken gefangen und verbogen, jetzt haben wir das Krume Teil heraus gesägt und haben einen kürzeren Bootshaken… Tribut an den schweren Seegang der letzten Tage.

 

Gegen Mittag haben wir dann das recht schnucklige Eastbourne erkundet. Eine Siedlung die um die Hafenbecken herum gebaut worden ist. Eine schöne Mischung und recht gelungen. Die restliche Zeit habe ich für Videos und dieses Tagebuch verwendet… und natürlich um Senf zu kaufen. Es ist beeindruckend das man alle Fächer voll hat und dann der Senf fehlt. Und natürlich fehlten die original Shortbrett Kekse, die es bei uns selten und hier überall zu kaufen gibt.

 

 

 

Wir haben die nächsten Tage mal geplant und hoffe das wir am Freitag ein passendes Wetterfenster und ein passendes Strömmungsfenster in Übereinstimmung haben, ist aber nicht groß genug um direkt den Solent zu erreichen, so gehen wir erst einmal nach Brighton und hoffen das wir Samstag, wie angekündigt auch noch einmal passende Fenster haben. Sonst müssen wir gegen an bolzen, und da haben wir nicht so die Lust drauf…

 

 

Freitag, 21.7.2017

 

Gegen 10:00 sind wir dann in Richtung Beachy Head“ gestartet. Der Seegang war nicht so hoch aber dennoch ziemlich kurz und hackig. Sehr ungemütlich, Morgane vollführte regelmäßig Bocksprünge und so richtig konnte man die Fahrt nicht genießen. Ab Beachy Head konnte wir abfallen und mit Halbwind in Richtung Tagesziel fahren. Gegen Mittag waren wir dann in Brighton, allerdings ist die einfahrt immer ziemlich eng und versandet ständig. Der Anleger ist wegen dem Querstrom im Hafen auch etwas nervig. Aber schließlich lagen wir dann fest und konnten einen Stadtbummel machen.

 

 

 

Morgen soll es um ):00 raus gehen in den Solent. Vermutlich wird es Gosport als erster Hafen werden. Die Stadt liegt gegenüber von Portsmouth.

 

 

 

 

 

Samstag, 22.7.2017

 

Am Morgen heulte der Wind kräftig durch die Riggs im Hafen, mein erster Gedanke war das wir einen Hafentag machen sollten. War eigentlich nicht meine blödeste Idee für diesen Tag. Aber der Wetterbericht versprach ein Windstärke 4 aus SW und für die nächsten Tage eher West mit 4 bis 5 Bft. Und schließlich rief der Solent mit seinen schönen Häfen und Buchten nach uns….

 

Also versuchten wir den Ableger gegen 9:00. Der Wind drückte uns recht stark auf die Nachbarschiffe und so hatten wir einigen Stress beim ablegen.

 

Draußen setzten wir die die Stagreiter-Fock, die haben wir schon seit 3 Jahren aber noch nie benutzt, und das Großsegel im 2. Reff. Das war eigentlich zu wenig Tuch für die 4 Bft, aber es sollte im laufen des Tages ja noch mehr werden.

 

Bis kurz vor das Flach, welches wir runden mussten, lief alles sehr gut. Dahinter liegt „The Looe“. Eine große 3 Seemeilen durchmessende flache Stelle die von Osten, wo wir her kamen, eine sehr breite Zufahrt hat. Allerdings ist die andere Seite zum Solent hin nur 200 m breit. Das klingt viel kann aber ziemlich eng werden.

 

Kurz nach dem wir auf dem Flach waren wurde der Seegang ruppiger, das war zu erwarten, aber wenig später frischte der Wind von 18 Knoten, auf über 27 Knoten auf. Eigentlich hatten wir für die 18 Knoten schon eine recht sportliche Segelfläche oben. So rissen wir das Großsegel weiter auf um die Lage aus dem Schiff zu bekommen. An reffen war wegen dem schwerem Seegang nicht zu denken, und eigentlich hätten wir diese Böen auch gut arbeiten können. Aber dann nahm der Wind schlagartig zu und Hagel setze ein. Bei 37 Knoten war es nicht mehr wirklich möglich auf die Windex zu schauen. Hagel mit 70 km/h ins Gesicht ist ein weniger angenehmes Peeling. Also Sicht null, der Kurs wird vom Seegang bestimmt und das Flach endet irgendwann in einer Sackgasse.

 

Wir versuchten mit dem Schiff auf die Lücke zu zielen, genau in dem Augenblick fiel dann auch noch der Kartenplotter am Steuerstand aus. Und an der Rollgenua brach eine Sicherungsleine. So rollte diese sich etwas ab um begann kräftig gegen die Fock zu schlagen. Dadurch kam noch mehr Lärm und Stress auf. Eine Verständigung war vorher schon kaum noch möglich. Jonas sprang sofort nach unten um mich per Ansage durch den Engpass zu bringen. Während ich versuchte das Schiff vor dem Querschlagen zu bewahren und parallel den oberen Plotter ans laufen zu bringen und eigentlich sowieso die ganze Zeit de Augen wegen dem Hagel zu hatte. Ein Seitenblick auf den Fahrtmesser zeigte mir 9,5 Knoten an.

 

Wie durch ein Wunder schlugen wir weder Quer noch verpassten wir die ziemlich enge Durchfahrt.

 

 

 

Hinter dem Engpass nahmen wir dann die Segel herunter und starteten die Maschine. Vor dem Engpass ging dieses wegen dem fehlenden Platz nicht. Dahinter war Platz, das war aber auch das einzige. Morgane vollführte immer noch Bocksprünge und Jonas musste an den Mast um das Großsegel zu bergen. Kaum hatten wir uns davon erholt, musste er wieder nach Vorne um die Fock zu bergen und an die Reling zu binden. Danach, wahrscheinlich schon davor, waren wir nass bis auf die Knochen. Jonas war gerade unter Deck um sich trocken zu legen, da fiel der Motor aus. Nach kurzer Analyse war klar, Spritmangel. War es der Wasserabscheider/ Vorfilter? Jonas nahm sofort den Niedergang weg um an die Umschalthebel zu kommen. Wir fahren eine Doppelfilteranlage, dabei kann man im Notfall schnell auf den 2. Filter umschalten. Nach dem Umschalten kam glücklicherweise der Motor wieder auf touren.

 

Mehr Stress brauchten wir nicht mehr, aber das bange warten, was wird als nächstes passieren…

 

Damit wir nicht mit der etwas abgerollten Genua in den Hafen mussten, begannen wir Pirouetten im Fahrwasser zu drehen um das Segel wieder um sein Rollprofil zu wickeln.

 

Insgesamt haben wir seitdem Engpass 3 Notrufe von anderen Yachten weiter weg aufgefangen, wir waren also nicht die einzigen die etwas Hektik hatten.

 

Glücklicherweise erreichten wir den Hafen von Gosport ohne weitere Probleme.

 

Allerdings haben wir hier nur einen Liegeplatz für eine Nacht und müssen hoffen das wir morgen einen neuen Platz bekommen. Oder wir die Filter bis dahin gewechselt haben. Auf jeden Fall fallen wir jetzt erst einmal in die Koje….

 

Nachtrag, leider gibt es von der Aktion keine Fotos….